Anohni – Hopelessness

Hopelessness ist eine Anklage gegen die gegenwärtige Weltpolitik. Jeder einzelne Song befasst sich mit den Themen, die unser globales Zusammenleben derzeit überschatten. Ob Drohnenkriege, Klimawandel oder Weltweite Überwachung und Zensur – es wird eigentlich kein Thema ausgelassen.

Anohni schildert aus einer Perspektive der Hoffnungslosigkeit vor welchen Missständen die Welt die Augen verschließt: In Drone Bomb Me fleht ein 9-jähriges afghanisches Mädchen, das seine Familie verloren hat, selbst von einer Drohne zerbombt  und damit erlöst zu werden, 4 Degrees führt das wahnwitzige Szenario vor, wie eine Erwärmung der Bodentemperatur um nur 4 Grad Celsius den flammenden Tod vieler Lebewesen herbeiführen würde und Watch Me deutet mit viel Ironie an, wie sicher man sich ob der zahlreichen Überwachungsmechanismen fühlen darf.

Düster klingen diese Horror-Szenarien, die teilweise wirklich sind. Doch würde Anohni die Situation als aussichtslos ansehen, würde ihr neues Album wohl eher Hopeless statt Hoplessness heißen. Dass es aber trotz vieler dieser hoffnungslos erscheinenden Geschichten dennoch Hoffnung gibt, zeigen die musikalischen Facetten. Bedrohlich klingen dabei nämlich nur die hin und wieder tief dröhnenden Bässe. Die ansonsten sonnigen Dance-Hymnen werden von der ehemaligen Stimme von Anthony and the Johnsons so wundervoll und einzigartig untermalt, dass sich eher Heiterkeit statt Bedrückung breit macht.

Trotz der tief deprimierenden Inhalte führt Hoplessness also nicht zu Selbstaufgabe und Stagnation. Vielmehr rüttelt das Album wach und aktiviert, sich gegen all das Leid in der Welt zu wenden und die Stimme zu erheben – wie Anohni es schon eindrucksvoll getan hat.

[Album kaufen | Foto von Alexander Svensson]

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