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Mothers – When You Walk A Long Distance You Are Tired

Der Opener Too Small For Eyes lässt ein stilles Folk-Album erwarten, das aus einer leidenden, aber dennoch bestimmten Stimme, gezupfter Mandoline und zarten Streichereinlagen seichte harmonische Klänge bastelt, die dennoch ein wenig beängstigend wirken. Auch die vorgetragenen Zeilen drücken das beklemmende Gefühl aus, immer zu klein, zu leise zu sein, um sich so entfalten zu können, wie man es gerne tun würde: became something / bloated with doubt / bullied by love / too small for eyes.

Aber schon das darauf folgende It Hurts Until It Doesn’t zeigt, dass es anders weiter geht, als erwartet. Von nun an mäandert das Album zwischen der oben beschriebenen einsamen Stille und Ausbrüchen aus dieser traurigen Welt. Dies geschieht vor allem dann, wenn die freche E-Gitarre beginnt, den Takt vorzugeben und das Tempo immer wieder verändert, was an die rotzige Indie-Musik der 90er und frühen 00er Jahre erinnert. Neben dem schon genannten It Hurts Until It Doesn’t vollziehen Cooper Mines und Lockjaw diese musikalische Transformation der Musik von Mothers.

In Hold Your Own Hand scheint das Album zum Schluss aber wieder zur Ausgangssituation zurückzukehren. Einsam und allein lässt Krisitine Leschper When You Walk A Long Distance You Are Tired zunächst ausklingen, doch der Song bäumt sich musikalisch immer wieder auf, sei es durch prasselnde Becken, schallendes Gitarrengeschredder oder klimpernde Riffs. Zwar verheißt der Text dann noch einmal die Einsamkeit (Keep those little hands / Right there in your pockets / Keep those little hands / I can’t say that I want them / I can’t say I believe them), aber der musikalische Schlusspunkt des Albums zeigt einen Klang, der nur gemeinsam entstehen kann und der die depressive Zurückgezogenheit des Anfangs verdrängt hat.

[Album-Stream & kaufen | Foto von JD Hancock ]

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