1115 – The Drowned World

 

Beim Titel ihres Debüts The Drowned World bezieht sich das Münchner Duo 1115 (bestehend aus Grey und Fehler Kuti) auf den Roman von J.G. Ballard, in dem Europa samt seiner Grenzen überschwemmt wird, und mit ihm die Unterscheidung von Realität und Traum, Wahn und Vernunft. Der Musik von 1115 hört man diesen Einfluss auf ihre Art durchaus an: wenn Fehler Kutis Stimme an unheimliche Unterwassermelodien erinnert, wenn merkwürdige Beats wie aus dem Nichts ein Lied überrennen.

Die eindringliche Elektronik, die die beiden daraus fabrizieren, sprengt gängige Genrezuweisungen und ihre Selbstbeschreibung als „kraut-rave-idm-something-something-dark side“ trifft die Mischung vielleicht sogar am besten. So trommelt die Drum Machine gnadenlos weiter und die klaustrophobisch modulierten Stimmloops ziehen Schlingen, die sich langsam, aber sicher in deinem Gehörgang einnisten. Mit The Drowned World gelingt 1115 ein düsterer Begleiter dieser Tage, eine Seltsamkeit, die es zu erschließen lohnt.

[kaufen | Tourdaten | Bild von J.M.W. Turner: „Venice: Santa Maria della Salute, Night Scene with Rockets“]

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