Best of 2015: Alben // André

Das neue Jahr hat schon fast den ersten Monat hinter sich gebracht, das alte Jahr 2015 wagt auf vorkopplung.de aber noch einmal einen Blick an die Wasseroberfläche. Hier kommt der letzte Teil des Jahresrückblicks (Max Lieder Teil 1 | Teil 2; Meine Lieder): Meine Alben des Jahres 2015!

1. Courtney Barnett – Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit

Courtney Barnetts Betrachtungen des Alltags klingen auf Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit so nüchtern wie nur irgendwie möglich. Ein Gefühl der Pragmatik vermittelt ja auch schon der Titel des Albums. Hinter der gelangweilt klingenden Fassade steht jedoch ein Ausbruch aus unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit, der es in sich hat, und hier und da immer wieder mit erhobenem Zeigefinger anklagt. Für mich ist das mit Wortwanderungen vollgepackte Album die Platte des Jahres 2015. [Album-Stream | kaufen]

2. Sufjan Stevens – Carrie & Lowell

Musikalische Vergangenheits- und Trauerbewältigung öffentlich gemacht: Sufjan Stevens hat ein ganzes Album einem Thema gewidmet und sich darauf mit seiner Mutter Carrie und seinem Stiefvater Lowell auseinandergesetzt. Das Ergebnis erlaubt einen intimen Einblick in das Leben des US-amerikanischen Songwriters, der 2012 Carries Tod zu verarbeiten hatte, woran er die Welt mit seiner Musik teilhaben lässt. [Album-Stream | kaufen]

3. Ryan Adams – 1989 (Taylor Swift Cover)

Dazu gibt es nicht mehr viel zu sagen. Ryan Adams hat das Hit-Album 1989 aus dem Pop in das Genre des Alternative Country entführt und die Songs dabei in ein völlig neues Licht gestellt. Großartig! [kaufen]

4. Anna von Hausswolff – The Miraculous

Düsterer als Anna von Hausswolffs neuestes Album geht es kaum. Deswegen ist der Zugang zu der von lauten Orgelpfeifen und hohen stimmlichen Ausbrüchen geprägten Musik für den ein oder anderen Hörer vielleicht etwas sperrig. Zwischendurch tauchen aber immer wieder leuchtende Melodien auf um dann schnell wieder zu verschwinden und gerade diese Dynamik macht The Miraculous für mich zu einem der Alben des Jahres. [kaufen]

5. Villagers – Darling Arithmetic

Der Rhythmus, den die von Conor O. Brien geschlagenen Gitarrensaiten vorgeben, ist wie auf jedem Album der Villagers auch auf Darling Arithmetic zu finden. Insgesamt klingt die Musik der Iren aber etwas versöhnlicher als zuvor und damit nicht mehr ganz so depressiv – vielleicht kann die Platte gerade deswegen rauf und runter laufen. [kaufen]

6. Dan Mangan + Blacksmith – Clubmeds

Der sonst etwas positiver klingende Dan Mangan hat Anfang des Jahres mit der Band Blacksmith – im Gegensatz zu den Vorgängern Nice, Nice, Very Nice und Oh Fortune – ein nachdenkliches und eher dunkles Album herausgebracht. Schon das Schwarzgraue Artwork des Albumcovers, das eine einsame Insel zeigt lässt die musikalische Beschaffenheit der Platte erahnen. Insgesamt ein eindrucksvolles Werk. [Album-Streamkaufen]

7. Michael Feuerstack – The Forgettable Truth

Michael Feuerstack, der bei The Forgettable Truth unter seinem bürgerlichen Namen auftritt und besser als Snailhouse bekannt ist, bleibt seinem Stil treu. Sanfte Gitarrenklänge korrelieren mit seiner unverwechselbaren Stimme und laden auf dem runden Album zum schwelgen in seiner Musik ein. The Forgettable Truth war ein guter Begleiter in 2015 und wird es auch in diesem Jahr noch sein. [Album-Stream | kaufen]

8. Grandbrothers – Dilation

Wie ein Soundtrack für den Alltag. Dilation ist der perfekte Begleiter dabei, auf dem Fahrrad sitzend durch die Stadt zu düsen oder aus der Straßenbahn heraus dem Treiben zuzuschauen. Erol Sarp und Lukas Vogel haben durch ihren innovativen Umgang mit dem Flügel ein exzeptionelles Album geschaffen. [kaufen]

9. The Districts – A Flourish and a Spoil

The Districts hatten 2015 mit A Flourish and a Spoil endlich den erhofften Durchbruch. Mit dem Album wandeln sie musikalisch auf den Spuren von beispielsweise We Were Promised Jetpacks, auch wenn sie sich stellenweise noch etwas melodischer geben und damit leichter zugänglich sind. Eine Platte zum genießen. [kaufen]

10. Bernd Begemann – Eine kurze Liste mit Forderungen

Zum Ende von 2015 erschien noch ein wahres Liederbuch mit zahlreichen Geschichten aus dem Alltag eines der größten deutschen Liedermacher. Bernd Begemann traute sich und brachte Eine kurze Liste mit Forderungen heraus, die am Ende doch gar nicht so kurz daherkommt und mit 28 Tracks wohl den Titel des längsten Albums des Jahres verdient hat. [Album-Stream | kaufen]

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