Best of 2015: Alben // Max

Hier kommt der nächste Teil unseres Jahresrückblicks (bisher: meine Lieder Teil 1 | Teil 2; Andrés Lieder), meine Top 10 Alben:

1. Fred Thomas – All Are Saved


In diesem Jahr hat mich kein Album auf so merkwürdige Arten berührt wie All Are Saved. Kein anderes Album hat mich darüber fantasieren lassen, ein Buch über die stadtplanerischen Aspekte von amerikanischen Schulen zu schreiben, nur damit ich When They Built The Schools in der Einleitung zitieren kann. [kaufen | Album-Stream]

 

2. Nap Eyes – Whine of the Mystic


Zu viele Geschichten, zu viele Kämpfe, die auf diesem Album ausgetragen werden, um sie noch einmal aufzuzählen. Doch auch nach weiteren Monaten des Wiederhörens bleibt Whine of the Mystic die tröstliche Platte des Jahres, die mich als Teil eines Ganzen fühlen lässt. [kaufen | Album-Stream]

 

3. Girlpool – Before the World Was Big


So simpel diese Musik auch scheinen mag, so verstecken sich hinter den einfachen Melodien zunächst ungeahnte Nuancen, textliche und musikalische Referenzen, ganze Ebenen voller Material. [kaufen]

 

4. Vessels – Dilate


Das Album meiner ersten Jahreshälfte, als perfekter Soundtrack, um die Tage schreibend zu verbringen. Konzentration erzwingend, mit seinen Modulationen und Mustern jedoch interessant genug, um einen auch mal abschweifen zu lassen, ist Dilate ein verlässlicher Kompagnon, noch immer. [kaufen | Album-Stream]

 

5. Viet Cong – Viet Cong


Schon die ersten drei Lieder machen klar, worauf man sich hier einlässt: Post-Punk, der vor nichts Halt macht, weder vor Noise- noch Drone-Anklängen. Ein kompromissloses Album, das zu allem Überfluss auch noch einige Hits (Continental Shelf!) enthält, das wie ein gewaltiger Donnerschlag in deine Ohren zu fahren scheint. [kaufen]

 

6. Wilco – Star Wars

Erst nach und nach hat sich Star Wars für mich geöffnet – bei jedem Hören einen Spalt weiter – bis, nach einigen Durchgängen, der Mittelteil des Albums mich endgültig in sich hinein gezogen hat. Was Wilco hier von You Satellite bis Where Do I Begin abliefern, kann locker mit vergangenen Höhen mithalten. Der Rest fällt leider leicht ab, doch das Album bleibt in seiner Gesamtheit eines der besten des Jahres. [kaufen]

 

7. Michael Feuerstack – The Forgettable Truth


Ein langsamer Weg zu neuen Ufern. Feuerstack erfindet sich nicht neu, doch wie seine Texte ihre Wahrheiten sanft vor dir ausbreiten, wie dich dann die feinen Details der Instrumentierung – z.B. die Geige in Clackity Clack – in-zwei teilen, ist trotz alledem meisterhaft und wieder einen großen Schritt weiter. [kaufen | Album-Stream]

 

8. Colin Stetson & Sarah Neufeld – Never Were The Way She Was


Ein dunkler Monolith, der schimmernd in der Ferne steht und alles in seinen Bann zieht. Ein Spiel aus Anziehung und Abstoßung, aus Nähe und Distanz. Und doch ist da eine Kraft, die stetig in mein Inneres strebt, die sich unaufhaltsam in meinen Gliedern einnistet. [kaufen]

 

9. Sonny and the Sunsets – Talent Night at the Ashram


Ein Sommeralbum, das wie aus dem Arm geschüttelt klingt, dem nichts schwer zu fallen scheint. Auch das Auflegen und Zuhören fiel leicht, und so verfällt man den absurden Geschichten gerne. [kaufen | Album-Stream]

 

10. Sun Kil Moon – Universal Themes

Vielleicht wäre es am interessantesten, das Album, ganz entgegen seinem Titel, als reinen Meta-Text zu Paolo Sorrentinos Ewige Jugend zu lesen, als Meta-Kommentar zum Dreh. Zumal das zentrale Thema des Films, das Älterwerden (oder auch: die menschliche Mortalität) schon seit längerem eines der wichtigsten Sun Kil Moon Themen ist. Doch auch ohne diesen Kontext funktioniert Universal Themes, mit seinen untereinander verwobenen Liedern, mit seinen Zwischenspielen und Merkwürdigkeiten. [kaufen]

[Foto von Greg Girard]

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