Best of 2015: Lieder 11-20 // Max

Es war ein merkwürdiges Musikjahr 2015, allgemein und persönlich. Allgemein, weil wundersame Dinge auf einmal salonfähig zu werden scheinen, weil sich vormals alternative Musikformen und der Mainstream annähern, und nur einer von beiden davon zu profitieren scheint. Persönlich – und vielleicht merkt man daran, dass ich alt und verbittert werde – weil ich viele der Alben und Lieder, die in diesen Tagen in den Jahresbestenlisten auftauchen, kaum gehört habe; und sich auch mein Interesse daran in Grenzen hält.

Das heißt jedoch natürlich nicht, dass es keine gute Musik gab! Deshalb folgt nun der erste Teil des vorkopplung-Jahresrückblicks, die meiner Meinung nach besten Lieder des Jahres, Platz 11-20. Platz 1-10, sowie die zehn besten Alben folgen dann in den nächsten Tagen, zusätzlich ein Rückblick von André. Viel Spaß beim Reinhören!

11. White Reaper – Make Me Wanna Die

Ein veritabler Sommerhit, der auch im Winter noch exzellent funktioniert: das Keyboard wirrt umher, das Schlagzeug wirbelstürmt und irgendwann bekommen White Reaper auch dich. [kaufen]

12. Nils Frahm – Our Own Roof

Das Lied zu einer der besten Szenen aus einem der besten Filme des Jahres, eine Verschnaufpause vor der Explosion. [kaufen]

13. Aloa Input – Far Away Sun

Der Opener von Mars, etc. legt schon alles an, was das Album beinhalten wird, wie ein startendes Raumschiff, in dessen Innern schon kurz die Zukunft aufblitzt: ausufernder Indiepop, wunderbar schräge Geräuschkulissen und das Innehalten zwischendurch. [kaufen]

14. Bombadil – The Year It Forgot to Snow

Die letzten beiden Alben von Bombadil waren leider eher mittelmäßig, doch hier bringen sie ihre inneren Beach Boys noch einmal auf bestmögliche Art und Weise zum Vorschein, inklusive Uhs und Ahs. [kaufen]

15. Earl Sweatshirt – Grief

I Don’t Like Shit, I Don’t Go Outside ist ein langsames Album, durch das man wie durch Melasse watet. Auch Grief baut kein Tempo auf, doch hier treffen sich Inhalt und Form, hier wird die beschriebene Lethargie perfekt in Musik übertragen. [kaufen]

16. Susan – Call It

Über das Anrufen und Angerufen-Werden, Telefon-Powerpop. [kaufen]

17. Mac McCaughan – Your Hologram

Ein Liebeslied, nicht wie die meisten anderen auf Non-Believers mit einer Prise Kitsch, sondern mit Melancholie angereichert. [kaufen]

18. The Districts – Bold

Die Bewegung in Richtung Eskalation, immer schon schwelend im Hintergrund, bis sie herausbricht, kulminiert. [kaufen]

19. Kendrick Lamar – The Blacker The Berry


Kendrick Lamar kritisiert nicht blind, sondern reflektiert, sich selbst und seine eigene Position hinterfragend, musikalisch und textlich jedoch so kraftvoll wie in diesem Jahr nur selten gehört. kaufen]

20. Childbirth – Nasty Grrls

2015 hat mich kein Lied so verlässlich zum Lächeln gebracht: eine Hymne auf eklige Mädchen. [kaufen]

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