Ryan Adams – 1989 (Taylor Swift Cover)

Ryan Adams – kein Unbekannter, denn dieser Name steht in einigen Augen sicherlich für DEN Songwriter der vergangenen 20 Jahre. Mit einer unglaublichen Produktivität hat er seit dem Debüt Faithless Street von 1995 – damals noch mit der Band Whiskeytown – Jahr für Jahr neue Platten vorgelegt und seine Fans begeistert. Jedes dieser zahlreichen Alben zeugt von einer stilistischen Einzigartigkeit, wobei der Einfluss des alternative Country überall durchklingt und seine Musik geprägt hat.

In diesem Jahr veröffentlichte Adams eine Coverversion des über 8,6 Millionen mal verkauften Albums 1989 von Taylor Swift. Swifts Musik ist auch im Country verwurzelt, ähnlich wie die Adams. Allerdings wurden ihr Songs und Alben in den vergangenen Jahren von vorne bis hinten durchproduziert, mit popigen Beats versehen und fest in den Mainstream-Charts verankert. So manch einer mag sich da gefragt haben: Ryan, warum?!?

Die Antwort ist einfach: Adams hat hinter der schillernden Fassade die Qualität der Songs erkannt und sie auf ihr Wesen reduziert. Herausgekommen ist ein Album, dass das Facettenreichtum seiner musikalischen Laufbahn widerspiegelt und gleichzeitig den Zeitgeist der heutigen Mittzwanziger aufgreift, zu denen er offiziell schon eine Weile nicht mehr dazu gehört. So lässt sich in Wildest Dreams musikalisch etwa das Doppelalbum Cold Roses (2005) heraushören. Blank Space klingt dagegen mehr nach den Balladen von Love is Hell (2003) und Bad Blood hält sich stilistisch wiederum eher an das zuletzt veröffentliche und etwas rockiger daher kommende Album Ryan Adams (2014). Grämen sollte sich also niemand darüber, dass Adams einen Versuch startet eine Brücke zwischen Mainstream-Pop und Alternative-Country zu bauen. Denn er liefert gewissermaßen eine Werkschau seines eigenen Schaffens ab und dabei ist es ihm zudem gelungen zu zeigen, was hinter der Fassade des Kommerz stecken kann.

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