Damien Jurado – Ohio

Sommerhits – Fluch oder Segen? Jedes Jahr kommen sie daher und überfluten Radios und Clubs mit ihren eintönigen Rhythmen. Tanzbar müssen sie sein, und sich im Ohr festsetzen. Dabei gehen ihre Erschaffer bisweilen über Leichen. So auch im Fall von Damien Jurados schon 1999 veröffentlichter Hymne Ohio. Im Original trägt Jurado den Song tief berührt und authentisch vor. Die rhythmisch unregelmäßig gesungenen Textzeilen lassen erahnen, dass sie beim Songwriter Erinnerungen hervorrufen, die einen ganzen Lebensabschnitt bestimmt haben und die sanft gezupfte Gitarre unterfüttert die melancholische Grundstimmung der erzählten Geschichte.

Dieser Tiefgang geht dem Remix des 18-jährigen Wieners filous deutlich ab. Die glatte Version ist das Inbild von Monotonie und lässt die Bedeutung von Ohio im Nichts verschwinden. Den Song hat mittlerweile wahrscheinlich jeder schon einmal gehört, die Kraft, die in ihm steckt bleibt aber einigen wenigen vorbehalten. Traurig aber wahr: Solche Sommerhits sind ein Fluch.

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