Fred Thomas – All Are Saved



Zu Beginn des Albums scheint es, als ob Fred Thomas Anlauf nimmt, als ob das Schlagzeug erwartungsvoll auf das Folgende hin trommelt. Doch wenn man dann auf den Text von Every Song Sung To A Dog hört, stellt sich eher eine entgegengesetzte Bewegung heraus, ein Zurückspulen in die Vergangenheit: „So drag me out of the river in a backwards baptism / Take it back to the beginning / To make sure there’s no revisions and we are all of one mind / While we watch this reel rewind“. Und so handeln auch viele der anderen Texte von Erinnerungen, von museumsartigen Elternhäusern und Stiefbrüdern, die dich mit Tackerpistolen jagen.

Musikalisch changiert Thomas dabei zwischen Folk(-Pop) und Indie Rock mit Bläsern und Elekronikeinschlag, doch außer bei den zwei Instrumentalstücken July und Thesis (Lear) dominiert seine Stimme. In Bad Blood spielen diese Elemente exzellent zusammen, wenn nach einer Minute die Orgel beginnt, so wunderschön über den elektronischen Beats zu leiern und er kaum mehr aufhören kann zu singen. Gegen Ende des Liedes lässt Thomas seine Stimme dann doch einfach auslaufen, leiser werden, als ob er wüsste („I know, I know, I know“), dass er sich vor sich selbst schützen muss. Ein veritabler Hit gelingt ihm auch in Cops Don’t Care Pt. II, einem Ohrwurm, dessen Refrain sich schnell festsetzt.

Der Schluss des Albums, ein Drift ins Feedback-Rauschen gefolgt von einer simplen, minimalen Melodie, kann dann tatsächlich als Vollendung der Rückwärtsbewegung gesehen werden. Eine Rückkehr zu einem Ort vor der Musik, zum Lärm, und schließlich: ein Neubeginn mit wenigsten Mitteln.

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