Jessie Baylin @ Grimey’s (Nashville, TN)

 

Unverhofft kommt oft. Zwei Tage in der City of Music, dabei einfach nur in einen Plattenladen und in Ruhe ein bisschen schmökern – falsch gedacht. Denn im ausgewählten Geschäft finden sich ein paar Dutzend Besucher wieder, die gespannt auf das Release-Konzert zu Jessie Baylins neuem Album „Dark Place“ warten. Wie ein düsterer Ort kommt Grimey’s allerdings nicht daher – stattdessen gibt es kostenloses Bier, Kinder laufen herum und spielen, während sich die Künstlerin samt Band auf ihr kurzes Set vorbereitet. Als die fünf Musiker beginnen, lassen Bass, tiefe Gitarrenakkorde, Drums und nicht zuletzt die Stimme Baylins den Boden des kleinen Verkaufsladens vibrieren. Nach dem ersten Song lächelt die junge Mutter und sagt erleichtert „it’s good to be back!“ Damit drückt sie nicht nur ihr Comeback auf musikalischer Bühne aus, sondern auch ihre Rückkehr ins Leben. Denn die einzelnen Songs, die Baylin zum Besten gibt, vermitteln genauso wie das gesamte vorgestellte Album ein Gefühl, nämlich das vom Entkommen vor dem schwarzen Abgrund. Jedes Lied wirkt in dem Moment ihres Auftritts wie eine Reinigung an deren Ende die Songwriterin die dunkle Vergangenheit hinter sich lässt und die von Glück erfüllte Gegenwart vorfindet. Und der neutrale Beobachter merkt – das hier ist keine Show, das ist echt. Unverhofft kommt selten.

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